Bayrische Biergartengemütlichkeit

Was nun macht einen bayrischen Biergarten tatsächlich „gemütlich“? Es geht um bestimmte Faktoren, die den Besuchern das Gefühl geben können, sich wie zu Hause, oder zumindest erheblich wohlzufühlen. Im Folgenden erörtert werden nun in diesem Sinne:

1. Dem Besucher eines Biergartens wird es im Unterschied zu anderen gastronomischen Betrieben ermöglicht, seinen eigenen Proviant zum Verzehr mitzuführen. D. h., ein jeder kann zu Hause seine aus dem Super- oder Wochenmarkt zusammengestellte persönliche Brotzeit vorbereiten und ist nicht davon abhängig, für die individuelle Mahlzeit gastronomische Preise zu investieren, nur weil er seine „Maß“ genießen oder auch den Flair eines Biergartens überhaupt auf sich wirken lassen möchte.

2. Besucher von Biergärten begegnen sich in genau dieser Eigenschaft auf völlig gleicher Ebene. D. h., es wird auf eine friedvolle Atmosphäre Wert gelegt, in der Angehörige unterschiedlicher Nationalitäten, Einheimische, Auswärtige, Jüngere, Ältere, Dozenten, Hausfrauen, Ärzte, Manager, Arbeiter, Angestellte, Studenten u. a. ihre Gemeinsamkeiten, nicht ihre Unterschiede thematisieren. Oft ergeben sich, so sagt man, gerade im Biergarten leichter Gespräche zwischen Fremden als anderswo.

3. Ein Weiteres: Wie die bayerische Biergartenordnung vermerkt, ist es das Idealbild eines Biergartens, dass dieser sich unter großen Bäumen im Schatten befinde. Dies können sicher nicht alle Gastronomen leisten, jedenfalls die Freilandatmosphäre und die Nähe zu Bäumen oder Anpflanzungen sind in deutlicher Weise die Regel. Wenn Menschen, so steht es psychologisch fest, sich in der Umgebung von Pflanzen befinden, trägt dies zum Wohlbefinden bei (im Büro, bei Prüfungen, bei sonstiger Arbeit, im Hotel o. ä.). So wird nun gerade beim Biergarten auch noch auf diese Komponente geachtet.

Bildquellenangabe: Barbara Eckholdt / pixelio.de

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