Zwetschgenmännchen

ZwetschgenmännchenDas "Zwetschgenmännla" ist eine aus Feigen, Zwetschgen sowie einer Walnuss hergestellte essbare Figur. Während der Kopf durch die Walnuss und der Körper durch Feigen dargestellt werden, verkörpern Zwetschgen Arme und Beine und zwei Drähte bilden das Gerüst. Früher trugen die etwa 15 cm großen Figuren lediglich einen Bauchladen und einen spitzen Hut, später wurden diese mit Stoffresten bekleidet. In den ersten Jahren war das Zwetschgenmännla, oder auch Zwetschgenmännchen, meist ein Schornsteinfeger, heute dagegen wird nahezu jedes Thema dargestellt, zumeist Könige oder Märchenfiguren. Und mittlerweile gibt es auch das "Zwetschgenweibla". Im Wörterbuch von Georg Andreas Will wird das "Zwetschgenmännla" erstmals im Jahre 1790 erwähnt. Für Besucher des Nürnberger Christkindlesmarktes ist das "Zwetschgenmännla" oder Zwetschgenmännchen das Souvenir Nummer 1. Bereits lange vor dem Fest beginnt die Herstellung dieser kleinen beliebten Figuren in liebevoller Handarbeit, ehe diese dann in der Adventszeit auf dem Christkindlesmarkt verkauft werden. Dabei kommen neben den bereits erwähnten Zwetschgen, Feigen und Walnüssen Materialien wie Holz, Pappe, Stoff, Draht und Klebstoff zum Einsatz. Die Zwetschgenmännchen werden von Hand bemalt. Doch nicht nur in Nürnberg, sondern auch in anderen Teilen Frankens und in Bayern überhaupt ist das "Zwetschgenmännchen" auf den Weihnachtsmärkten zu einer langjährigen Tradition geworden und nicht mehr wegzudenken. Das "Zwetschgenmännla" hat seinen Ursprung vom "Pflaumentoffel", einer Figur aus getrockneten oder Backpflaumen, die einen Schornsteinfeger darstellt und durch den Verkauf auf dem Dresdner Striezelmarkt bekannt wurde. Entstanden ist diese Figur, als 1653 durch kurfürstlich-sächsische Genehmigung die zumeist sieben- bis achtjährigen Knaben durch die Essenkehrmeister beschäftigt werden durften. Deren Aufgabe bestand darin, die meist engen Schlote städtischer Bürgerhäuser zu durchkriechen und zu reinigen. Anhand dieses Beispiels wird ersichtlich, wie zu damaliger Zeit Kinderarbeit staatlich geduldet wurde. Als "Männlein aus Backpflaumen" ist der Pflaumentoffel seit Weihnachten 1801 offiziell belegt.

17.09.2011 - geschrieben von Caro

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